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Perlen

Perlen:
Die Bedeutung des Namens Perle ist nicht gewiss, vielleicht aber ist er von einer Muschelart (lat. perna) oder der kugeligen Form (lat. sphaerula) abgeleitet. Sie bestehen aus Perlmutter, was hauptsächlich kohlensaurer Kalk (in der Form des Aragonits) und organische Hornsubstanz (Conchyn) ist, die knitterartig die um einen Mittelpunkt konzentrisch gelagerten Mikrokristalle verbindet. Obwohl sie nur eine Mohshärte von 3 – 4 haben, sind Perlen außerordentlich fest. Es gelingt nur schwer, sie zu zertrümmern.
Perlen sind Naturprodukte, die Muscheln zur Abwehr eines Fremdkörpers bilden. Das kann ein Sandkorn, ein Schalensplitter oder auch ein Parasit sein. Die Muschel schützt sich durch Überziehen des „Eindringlings“ mit perlmuttbildenden Epithelzellen, die konzentrisch über dem Fremdkörper gelegt werden.
Naturperlen (auch Orientperlen genannt), bei denen ein Fremdkörper ohne Zutun von Menschenhand in die Muschel dringt, sind heute außerordentlich selten. Große Bedeutung haben im Handel Zuchtperlen. Man schätzt, dass von 1000 gekauften Perlen über 990 Zuchtperlen sind.

Zuchtperlen allgemein:
Im Gegensatz zu einer echten Perle besitzt die Zuchtperle einen von Menschenhand eingesetzten Kern. Bei festen Kernen handelt es sich um ein aus dem Schalenmaterial von Süßwassermuscheln gedrechselten Perlmutt- kügelchen. Im unmittelbaren Umfeld des Kerns wird ein Epithelteil implantiert, dem Gewebe, das die Perlsubstanz produziert. Das Gewebe bildet sich durch Zellteilung um den eingesetzten Kern aus und scheidet von außen auf den Kern Schicht für Schicht die Perlsubstanz ab.
Die Perlbeschichtung der Zuchtperlen besteht aus den gleichen Mineralplättchen (Chalzit und Aragonit) mit der verbindenden hornähnlichen Substanz, dem Chonchyn, wie bei echten Perlen. Der größte Anteil an Zuchtperlen aus Salz- oder Meerwassergebieten enthält einen festen Kern. Sogenannte kernlose Zuchtperlen enthalten keinen festen Kern, sondern lediglich das zur Perlbildung notwendige Epithelgewebe. Kernlose Zuchtperlen werden vorrangig in Süßwassergebieten gezüchtet.

Akoya Zuchtperlen:
1907 wurden in Japan die ersten Versuche zur Herstellung von Zuchtperlen mit Kern und Gewebeteil gemacht. Als Vater der Zuchtperle gilt der Japaner Kochiki Mikimoto, der die schon vor ihm in Japan bekannte Perlenzucht vervollkommnete und sich besonders bei der Aufzucht der Muscheln und der Erhaltung der Muschelbänke Verdienste erwarb.
Die Muschelart, die heute überwiegend zur Perlenzucht verwendet wird, heißt Akoya. Ein runder Kern aus Süßwasserperlmutt, gewonnen aus der Schale einer Mississippi-Muschel, wird in das Bindegewebe einer Muschel eingepflanzt, zusammen mit einem kleinen Stück fremden Gewebematerials.
Die eigentliche Perlenzucht erfolgt meistens auf dem offenen Wasser des Meeres. Die operierten Muscheln werden in Drahtkörben aufbewahrt, die in Flößen im Wasser hängen.

Tahiti Zuchtperlen:
Perlen aus Tahiti sind bekannter unter dem legendären Namen „Schwarze Perlen“. Sie stammen von den Südseeinseln, genauer gesagt aus den Lagunen Französisch-Polynesiens. Dort findet man die schwarzlippige Perlenauster, die eine graue bis schwarze Perlmuttsubstanz absondert.

Tahiti Zuchtperlen sind ein Naturprodukt, das im Innern der schwarzlippigen Perlenauster „Pinctada margaritifera“ entsteht. Sie bestehen aus dicken Perlmuttschichten, die organische Substanzen und Calciumkarbonat in Form von Aragonit, einer perlmuttähnlichen Substanz, enthalten.
In Französisch-Polynesien wird die Handelsbezeichnung „Tahiti Cultured Pearl“ ausschließlich für Zuchtperlen aus eigener Ernte verwendet, d.h. für Zuchtperlen, die durch das Einpflanzen eines Perlmuttkerns in die Perlenauster „Pinctada margaritifera“ entstanden sind, und hier ausschließlich für solche Zuchtperlen, deren Oberfläche zumindest 80% eine glichmäßig starke Perlmuttschicht aufweist, die weder den eingepflanzten Kern noch dessen Lage auch nur andeutungsweise erkennbar werden lässt.

Perlen allgemein:
Form: Am höchsten bewertet wird die makellos runde Form, zu alten Zeiten auch darum geschätzt, weil die Kugel Symbol irdischer Vollkommenheit galt. Unter den nichtrunden Perlen ist die kostbarste die symmetrische Birnen- oder Glockenform, besonders teuer bezahlt, wenn solche Perlbirnen als Paar vorhanden sind. Das regelmäßige Oval steht ihnen nur wenig nach.
Ist die Kugel nur gering aus dem Gleichmaß geraten, wird sie als „off round“ schon wesentlich geringer bewertet, ist ihre Form stark unregelmäßig, bizarr, so hat sie als „barock“ den geringsten Handelswert.
Farbe: Zuchtperlen gibt es in nahezu allen Farben: silber, weiß, rosé, creme, goldgelb, blau, schwarz, grau und grün.
Die Farben hängen von dem Platz in der Muschel, der Nahrungsbeschaffenheit im Wasser und auch von anderen äußeren Einflüssen ab.
Mit Lüster wird der Schimmer und Glanz einer Perle bezeichnet. Die Perle sollte von makelloser Oberfläche sein, von großer Reinheit. Jedoch sind kleine Erhebungen oder Vertiefungen auch bei wertvollen Perlen zu finden.

Bernstein:
Mohshärte: 2 – 2,5
Bernstein ist fossiles, erhärtetes Harz der Kiefer „Pinus succinifera“, entstanden im Alttertiär vor 50 Millionen Jahren.
Deutlich ist noch die Ähnlichkeit mit dem bekannten Ausfluss unserer Bäume zu erkennen. Bernstein kommt in rundlichen Brocken, meist von einer Verwitterungskruste überzogen, vor. Nach heftigen Stürmen findet man die Brocken zwischen dem angeschwemmten Seetang. Wesentlich ergiebiger sind aber die Fundgebiete in der Gegend von Kaliningrad, weil hier der Bernstein aus dem Sand des Küstengebietes im Tagebau gewonnen wird.
Bernstein ist durchsichtig bis durchscheinend, fettglänzend. Die Farbe reicht vom blassen graugelb über honiggelb bis zum kräftigen Braun, manchmal mit einem Stich ins Rötliche. Häufig sind die Steine uneinheitlich gefärbt, wolkige Zonen durchziehen das Stück. Besonders gesucht sind solche Steine, bei denen Insekten, die vor Jahrtausenden vom flüssigen Harz überzogen wurden, eingebettet sind.

Horn:
Darunter versteht man die Auswüchse am Kopf solcher Saugetiere wie Rinder, Ziegen, Schafe usw., die sich auf spitz zulaufenden Knochenzapfen als Überzug bilden. Der untere Teil des Horns ist deshalb hohl, nur die Spitze ist massiv. Horngewebe besteht aus großen, abgeplatteten Epidermiszellen, die, fasrig angeordnet, eine zähe Masse bilden. Man kann Schichtungen und zur Spitze hin verlaufende Farbunterschiede erkennen.
Die hohlen Teile, in Längsrichtung aufgetrennt, werden in heißem Wasser gebogen und dann unter einer Presse zu flachen Platten gerichtet. Diese Platten kann man dann für kunsthandwerkliche Arbeiten verwenden, wie das früher bei der Herstellung der Kämme der Fall war.

Elfenbein:
Bei Elfenbein handelt es sich sowohl um die Stoßzähne von Elefanten als auch um die entsprechenden Zähne von Walroß, Nilpferd, Narwal, und Pottwal.
Die Substanz besteht aus Zahnbein (vorwiegend Calciumphosphat) und dem organischen Bindemittel, der Zahnschmelz fehlt.
Elfenbein ist dicht, fest und doch elastisch, meist fein gemasert, rein weiß bis leicht gelblich. Für „Beinschnitzereien“ werden weniger wertvolle dichte Knochensubstanzen verwendet.

Korallen:
Mohshärte: 3,5
Die Korallen werden von niederen Seetieren aus der Polypengruppe als skelettartige Äste gebildet. Ganze Kolonien solcher Weichtiere sitzen an den Korallenästen. Sie sind miteinander verwachsen, durch Kanäle verbunden, sodass die aufgenommenen Nährstoffe unter allen Mitgliedern der Kolonie verteilt werden. Die Kolonien wachsen dadurch, dass sich an den Einzeltieren Knospen bilden, die mit dem Ursprungstier verbunden bleiben. Allmählich sterben die älteren Exemplare ab, während sich die jüngeren weiterentwickeln und schließlich wieder durch Knospung vermehren.