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Edelsteine

Edelsteine:
Allen Edelsteinen ist das Besondere, das Schöne gemeinsam. Früher bezeichnete man nur wenige Steine als edel. Heute ist die Zahl der Edelsteine kaum übersehbar, und immer werden neue entdeckt. Die meisten sind Mineralien, selten Mineralaggregate (Gesteine). Auch einige Mineralien organischen Ursprungs (Bernstein, Korallen, Perlen) zählen zu den Edelsteinen. Selbst Fossilien werden als Steinschmuck verwendet. Es gibt keine klare Abgrenzung gegenüber Holz, Knochen, Glas und Metall. Einige Arten aus diesen Gruppen dienen durchaus als Edelsteine (z.B. Elfenbein). Durch Nachbildung natürlicher Edelsteine (Sythesen) ist die Vielfalt der Edelsteine noch größer geworden.
Grundsätzlich sind alle Steine, die zu Schmuck- und Ziergegenständen verwendet werden, als Edelsteine oder Schmucksteine zu bezeichnen. Der Begriff Halbedelstein ist unsinnig und nicht zulässig.

Synthetische Steine:
Als Synthetische Steine bezeichnet man solche Steine, die vom Chemiker aus den Grundstoffen, aus denen auch die echten Steine bestehen, hergestellt werden. Ausdrücklich sei betont, dass die Edelsteinkunde eine Wissenschaft ist, die studiert werden muss, und dass zur genauen Steinuntersuchung immer ein kostspieliges Labor erforderlich ist! Wer sich zutraut, Edelsteine vom bloßen Ansehen unterscheiden zu wollen, beweist damit nur, dass er keine Ahnung von der Kompliziertheit dieses Wissensgebietes hat.
Das bloße Ansehen ist kein sicheres Urteil, weil es sowohl bei den echten Steinen als auch bei den Synthesen solche untypischen Farbstufen gibt, bei denen sich auch der erfahrene Fachmann irren kann.
Es kann durchaus sein, dass der synthetische Stein den echten Stein in seinen Eigenschaften übertrifft. So hat beispielsweise der zitrinfarbene synthetische Spinell zwar die gleiche Farbe wie der Zitrin, übertrifft ihn aber an Leuchtkraft und Härte, so dass er auch im Gebrauch kratzfester ist.

Diamant:
Farbe: farblos, gelb, braun, gelegentlich grün, blau, rötlich, schwarz
Mohshärte: 10
Chemie: kristallisierter Kohlenstoff
Den Namen bekam der Diamant von seiner Härte (gr. adamas: der Unbezwingbare). Es gibt nichts vergleichbar Hartes – deshalb ist er geradezu unvergänglich. Seine Schleifhärte ist 140 mal so groß wie die von Korund.

Rubin (Korund-Gruppe):
Farbe: verschieden rot
Mohshärte: 9
Der Rubin hat seinen Namen wegen der roten Farbe (lat. rubens). Einschlüsse sind häufig. Sie bedeuten keine Qualitätsminderung, sondern sind geradezu der Echtheitsnachweis für Naturrubine. Eingeschlossene Rutilnadeln bewirken entweder einen zarten Schimmer oder, bei entsprechendem Cabochonschliff, Katzenaugeneffekt und den sehr geschätzten Asterismus mit einem sechsstrahligen Stern, der beim Bewegen des Steins über die Oberfläche hinweggleitet.

Saphir (Korund-Gruppe):
Farbe: blau in verschiedenen Tönungen, farblos, rosa, orange, gelb, grün, violett, schwarz
Mohshärte: 9
Der Saphir hat seinen Namen aus dem Griechischen (gr. blau). Heute versteht man unter Saphir alle nicht roten Korunde mit Edelsteinqualität. Rote Varietäten heißen Rubin. Die verschiedenen Farben des Saphirs werden durch ein qualifizierendes Wort gekennzeichnet, z.B. grüner Saphir oder gelber Saphir. Der Name Saphir ohne Zusatz meint immer nur den blauen Korund. Ein orangegelber Saphir heißt Padparadscha.

Smaragd (Beryll-Gruppe):
Farbe: smaragdgrün, hellgrün, gelblich-grün, dunkelgrün
Mohshärte: 7,5 – 8
Der Name Smaragd kommt aus dem Griechischen (smaragdos), er bedeutet grüner Stein. Smaragd gehört mit Aquamarin und Beryll zur Beryll-Gruppe. Er gilt als Edelster in dieser Runde. Sein Grün ist so unvergleichbar, dass man diesen Farbton eigenständig als Smaragdgrün (auch außerhalb der Mineralienkunde) bezeichnet.

Aquamarin (Beryll-Gruppe):
Farbe: hellblau, blau, blaugrün
Mohshärte: 7,5 – 8
Der Aquamarin gehört mit dem Smaragd und Beryll zur Beryll-Gruppe. Seinen Namen (lat. Wasser des Meeres) hat er wegen der Meerwasserfarbe. Er gilt als Glücksstein der Seeleute. Am begehrendsten ist ein tiefes Blau. Durch erhitzen auf über 400° C erhalten ursprünglich mindere Farbqualitäten das gewünschte Aquamarinblau.

Topas:
Farbe: farblos, gelb, rotbraun, hellblau, rosenrot, blassgrün
Mohshärte: 8
Früher wurden alle gelben und goldbraunen Edelsteine, in der Antike sogar grüne, als Topas bezeichnet. Von einem Fundort, der Insel Zebirget im Roten Meer, ehemals Topazos genannt, leitet sich wahrscheinlich der Name ab.

Granat:
Gruppe von verschiedenfarbigen Mineralien mit ähnlicher chemischer Zusammensetzung. Den Namen (lat. Korn) erhielt er wegen rundlicher Kristalle. Hauptvertreter sind Pyrop, Almandin, Spessartin, Grossular, Andradit, Uwarowit. Der Volksmund versteht unter Granat die roten Karfunkelsteine Almandin und Pyrop.

Pyrop (Granat-Gruppe):
Farbe: rot mit Stich in Bräunliche
Mohshärte: 7 – 7,5
Der Pyrop (gr. feurig, wegen roter Farbe) war Modestein des 18. Und 19. Jahrhunderts.

Almandin (Granat-Gruppe):
Farbe: rot mit Stich ins Violette
Mohshärte: 7,5
Um die Farbe des Almandin (nach Stadt in Kleinasien) aufzuhellen, wird die Unterseite ausgehöhlt (ausgeschlägelt).

Spessartin (Granat-Gruppe):
Farbe: orange bis rotbraun
Mohshärte: 7 – 7,5
Spessartin ist nach dem früheren Fundort im Spessart benannt.

Zirkon:
Farbe: farblos, gelb, braun, orange, rot, violett, blau, grün
Mohshärte: 6,5 – 7,5
Zirkon ist seit der Antike bekannt, die Bedeutung des Namens ist ungewiss. Infolge hoher Lichtbrechung und starker Dispersion entsteht große Brillanz und intensives Feuer.
In der Natur sind am häufigsten graubraune und rotbraune Zirkone, farblose sehr selten. Durch Brennen von bräunlichen Varietäten bei Temperaturen zwischen 800 – 1000° C werden farblose und blaue Zirkone gewonnen.

Turmalin:
Farbe: farblos, rosa, rot, gelb, braun, grün, blau, violett, schwarz, mehrfarbig
Mohshärte: 7 – 7,5
Kein Edelstein zeigt solchen Farbenreichtum wie Turmalin. Obwohl schon in der Antike im Mittelmeerraum bekannt, führten ihn Holländer erst 1703 von Ceylon in Europa ein. Sie bezeichneten die neuen Steine mit einem singhalesischen Wort, dessen Grundbedeutung unbekannt geblieben ist, als „turamali“.
Nach der Farbe werden folgende Varietäten unterschieden:

  • Rubellit (lat. rötlich): rosa bis rot, gelegentlich mit einem Stich ins Violette
  • Verdelith (ital.-gr. grüner Stein): grün in allen Nuancen
  • Indigolith (nach Indigofarbe): blau in allen Tönungen

Bergkristall (Quarz-Gruppe):
Farbe: farblos
Mohshärte: 7
Den Namen hat der Kristall von gr. „Eis“, weil man Bergkristalle für Ewiggefrorenes hielt.
Rauchquarz, Synonym: fälschlich Rauchtopas (Quarz-Gruppe):
Farbe: braun bis schwarz, rauchgrau
Mohshärte: 7
Der Name entstand nach der rauchigen Farbe. Sehr dunkle Steine heißen Morion. Bei Temperaturen von 300 – 400° C wird Rauchquarz entfärbt. Häufige Einschlüsse von Rutilnadeln kommen vor.

Amethyst (Quarz-Gruppe):
Farbe: violett, blass-rotviolett
Mohshärte: 7
Amethyst ist der begehrteste Stein aus der Gruppe der Quarze. Ihm werden übernatürliche Kräfte nachgesagt: Glücksbringer, verleiht Standfestigkeit, schützt vor Zauberei und Heimweh. Der Name (gr.) bedeutet wahrscheinlich „nicht betrunken“. Amethyst galt als Amulett gegen Trunkenheit.

Citrin, auch Zitrin (Quarz-Gruppe):
Farbe: hellgelb bis goldbraun
Mohshärte: 7
Citrin ist nach der zitronengelben Farbe benannt. Die meisten auf dem Markt befindlichen Citrine sind durch Brennen von Amethyst oder Rauchquarz entstanden.

Rosenquarz (Quarz-Gruppe):
Farbe: kräftig rosa, blassrosa
Mohshärte: 7
Rosenquarz hat seinen Namen nach der Farbe, ist oft rissig und meist etwas trüb. In kleinsten Spuren eingelagerte Rutilnadeln verursachen bei Cabochonschliff einen sechsstrahligen Stern.

Tigerauge (Quarz-Gruppe):
Farbe: goldgelb, goldbraun
Mohshärte: 7
Entstanden aus Falkenauge durch Umwandlung (Pseudomorphose) von Krokydolith in Quarz unter Beibehalt der stengligen Struktur. Brauneisen bewirkt goldgelbe Farbe; Schiller mit wogendem Lichtschein (sog. Chatoyieren); auf Bruchflächen seidiger Glanz. Bei Cabochons zeigt sich ein Lichtstreifen auf der Oberfläche, der an die Schlitzpupille einer Katze erinnert.

Chalcedon, auch Chalzedon (Quarz-Gruppe):
Unter Chalcedon wird sowohl die ganze Gruppe die mikrokristallinen Quarze (Achat, Jaspis, Karneol, Moosachat, Onyx) verstanden als auch speziell nur die bläuliche Varietät, der eigentliche Chalcedon. Der Name Chalcedon gehtr auf eine antike Stadt am Bosporus zurück. Die Chalcedone sind im Unterschied zu den glasglänzenden Kristall-Quarzen wachsglänzend oder matt.

Eigentlicher Chalcedon (Quarz-Gruppe):
Farbe: bläulich, weißgrau
Mohshärte: 6,5 – 7
Im Altertum sehr beliebt als Talisman gegen Geistesschwäche und Schwermut.

Karneol (Quarz-Gruppe):
Farbe: braun, rotbraun
Mohshärte: 6,5 – 7
Karneol ist wegen seiner Farbe nach der Kornelkirsche benannt, er ist eine fleisch- bis braun-rote Chalcedon-Varietät. Feinste Sorten kommen aus Indien, wo durch Liegen in der Sonne die braunen Töne zum Rot hin verbessert werden. Im Altertum war er als blutstillend und zornmildernd angesehen.

Achat (Quarz-Gruppe):
Farbe: verschieden, gestreift
Mohshärte: 6,5 – 7
Der Name Achat soll sich von Achates, einem Fluss in Sizilien ableiten, wahrscheinlich einem Fundort der Antike. Achat ist ein gestreifter Chalcedon, die einzelnen Bänder können verschiedenfarbig oder auch recht eintönig sein. Die südamerikanischen Achate sind meist unansehnlich grau ohne besondere Zeichnung. Sie werden daher gefärbt. Die Transparenz ist verschieden – von fast durchsichtig bis undurchsichtig. In dünnen Scheiben sind die meisten Achate durchscheinend.

Jaspis, Synonym: Hornstein (Quarz-Gruppe):
Farbe: alle Farbtöne, meist streifig oder gefleckt
Mohshärte: 6,5 – 7
Meist wird Jaspis zu den Chalcedonen gerechnet. Einige Wissenschaftler jedoch stellen ihn zu einer selbstständigen Gruppe innerhalb der Quarz-Familie. Der Name Jaspis kommt aus den Griechischen, bedeutet soviel wie „gesprenkelter Stein“. Der feinkörnig-dichte Jaspis enthält stets Fremdstoffe, teilweise bis zu 20%.

Onyx, Synonym: Quarz (Quarz-Gruppe):
Farbe: schwarz
Mohshärte: 7
Der Onyx wird auch als faseriger, schwarzer Chalcedon bezeichnet. Natürlicher Onyx ist ein Achat in abwechselnd weißen und schwarzen Lagen. Da diese Lagen nicht genügend vorkommen, um damit die enorme Nachfrage zu befriedigen, werden die grauen Schichten des Chalcedons in konzentrierter Schwefelsäure gekocht. Die dadurch entstehende Zuckkohle gibt dann dem Stein das einheitlich schwarze Aussehen.

Opal (Quarz-Gruppe):
Farbe: weiß, grau, blau, grün, orange, schwarz; teilweise Opalisieren
Möhshärte: 5,5 – 6,5
Bei den Opalen (Name altindisch „Stein“) unterscheiden wir drei Gruppen; die schillernden Edelopale, die gelbroten Feueropale und die weit verbreiteten Gemeinen Opale (Gewöhnliche Opale).

Jade:
Farbe: grün, außerdem weiß, rötlich, gelb, braun, violett, schwärzlich
Mohshärte: 6,5 – 7
Der Name geht auf die Zeit der spanischen Eroberung Mittel- und Südamerikas zurück und bedeutet „piedra de ijada“, d.h. Lendenstein, weil man ihn als Schutz- und Heilmittel gegen Nierenleiden betrachtete. Über Europa wurde dieser Begriff in der ganzen Welt verbreitet.

Peridot, Synonym: Chrysolith, Olivin:
Farbe: gelbgrün, olivgrün, bräunlich
Mohshärte: 6,5 – 7
Die Bedeutung des aus dem Griechischen stammenden Namens Peridot ist ungewiss. Vielleicht nimmt er Bezug auf den Fächerreichtum seiner Kristalle. In der Mineralogie ist der Name Olivin (wegen olivgrüner Farbe) gebräuchlicher. Der Glanz ist glasähnlich und ölig. Dunkle Steine können durch Glühen heller getönt werden.

Mondstein (Feldspat-Gruppe):
Farbe: farblos, gelb, blasser Schimmer
Mohshärte: 6 – 6,5
Der Mondstein hat seinen Namen nach dem bläulich-weißen Schimmer. Die Ursache dafür ist die Lamellenstruktur. Bei scharf begrenztem Lichtstreifen M.-Katzenauge.

Türkis, Synonym: Kallait:
Farbe: himmelblau, blaugrün, apfelgrün
Mohshärte: 5 – 6
De Name bedeutet „türkischer Stein“, weil sein Handelsweg früher über die Türkei führte. Auf frischen Bruchstellen wachsartiger oder glasiger Glanz. Auch unter dem Einfluss des Lichts, des Hautschweißes, von Ölen und Kosmetika sowie bei Verlust der natürlichen Feuchtigkeit ist eine negative Farbänderung möglich. Türkisringe beim Händewaschen abnehmen!

Lapislazuli, Synonym: Lapis:
Farbe: lasurblau
Mohshärte: 5 – 6
Da im Lapislazuli (arab.-lat. blauer Stein) stets mehrere Mineralien – wenn auch nur in geringem Maße – vertreten sind, zählen einige Fachleute dieses Gemenge nicht mehr zu den Mineralien, sondern zu den Gesteinen, wobei Lasurit dann als Hauptgemengteil verstanden wird und nicht als Synonym zu Lapislazuli. Lapis wurde schon in vorgeschichtlicher Zeit zu Schmuckzwecken verwendet. Im Mittelalter diente er auch als Farbstoff für Ultramarin.